Ignorant fools

Ûrgs. Heute wieder Englisch. Diesmal sollten wir über Autos diskutieren (man kann bei Englisch ganz allgemein sagen, dass das Wort “diskutieren” dort nie seiner ursprünglichen Form entspricht, richtig diskutiert wurde dort noch nie. Man reagiert einfach auf die Notwendigkeit, dem Lehrer auf diese doofe Frage zu antworten, um sich nicht die gesamte Stunde damit beschäftigen zu müssen)(es wäre lustig gewesen, das in einer Fußnote zu schreiben. Ich beantrage eine Fußnoten-Funktion bei Blogger)(das hätte auch in eine Fußnote gekonnt) .
Es war wieder so eine Stunde, in der ich mich aufgeregt habe. Diesmal allerdings nicht direkt über den Lehrer, sondern über meine Mitschüler (stellvertretend für die ganze Menschheit). Ich verstehe ja, dass einem das Thema Klimawandel irgendwann auf den Sack geht, aber wenn ich dann – wie heute – die Zahlen höre, dass sich die Autos auf 1000 Personen in Deutschland von 447 1992 auf 625 im Jahr 2005 “vermehrt” haben, läufts mir trotzdem kalt über den Rücken. Wenn ich höre, wieviel Giftstoffe Autos ausstoßen und was sie bewirken und so Gedichte wie “Autogeddon” lese, habe ich totale Schuldgefühle und schwöre mir fast schon, nie wieder in einem Auto zu fahren.
Dabei habe ich, um es mal so zu sagen, die geringse Schuld in der Klasse. Wir haben nämlich noch nie ein Auto besessen (Moment, doch! Das Jahr in Amerika). Das Geld, mit dem wir uns zwei Autos leisten könnten, sparen wir für das Sabbatjahr. Wir fahren immer (außer im Sommer) mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich sollte mich am wenigsten schuldig fühlen (was die Sache mit den Autos betrifft). Aberich fühle mich schuldig, weil es anscheinend sonst keiner tut. Meine Mitschüler reden ganz gelassen und natürlich darüber, dass das Auto heute sehr viel mehr ist, als nur ein Transportmittel und lassen sich dann ein Auto von ihren Eltern schenken. Mindestens 10 oder 15 von 90 Leuten aus meiner Stufe haben ein eigenes Auto. Und fallen aus allen Wolken wenn sie hören, dass wir keines haben. Ich bin 18 Jahre lang gut ohne Auto ausgekommen.
Ich habe mal gehört, dass wenn jetzt alle aufhören würden, Auto zu fahren, wenn keiner auf der gesamten Welt mehr Auto fahren würde, man das erst in 20 Jahren bemerken würde. Oder so ähnlich. Nach dem ganzen Klimawandelzeugs hört sich das vielleicht wenig an. “20 Jahre? Ach, das geht ja noch.” Aber es sind 20 Jahre, wenn alle Autos auf der Welt anhalten und nie mehr losfahren würden. Ein Wunschdenken, das nicht erfüllbar ist.
Als ich das meiner Sitznachbarin sagte, kam die gereizte Antwort “Sag das nicht mir. Ich kann da nichts dran ändern.” – wem soll ich es denn sonst sagen? Du gehörst zu den Menschen, die so gut wie jeden Tag mit dem Auto irgendwohin fahren. Wenn nicht denen, die das tun, wem soll ich es dann sagen?

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