Småkager, Hot Dogs und Rutebiler

Aabenraa

Das ist Aabenraa. Place of our dreams. Unser Platz an der Sonne. Wenn auch richtig windig. Hier nutzt jede Bürste ihre Borsten ab. Kann man praktisch in eine Formel bringen, wie lange das dauert. Für die Variable setzt man dann ein, wie oft man aus dem Haus gegangen ist (oder nach Hause gekommen ist). Das reicht für die nicht eitle Version des Menschen. Er bürstet sich immer nur dann die Haare, wenn er nach Hause kommt. Die etwas eitlere Sorte erfüllt das Klischee des Kamms in der Potasche der Jeans. Dieser wird immer dann gezückt, wenn man entweder ein Gebäude oder windstilles Areal betritt. Allerdings muss dieser Typ Mensch besondere Geduld aufweisen, sorgt das häufige Verwenden dieses Modeutensils nicht dafür, dass die Haare irgendwann weniger krausbar oder windgefährdet werden.

Die Wohnung
Der Platz an der Sonne war schon vergeben, oder? Dann ist die Wohnung eben unsere Wolke Nummer 7.
Sie ist ca. 146m² groß, seit zwei Jahren eine Ferienwohnung (vorher Antiquitätenladen, deswegen auch dieser großer Eingangsraum), renoviert und toll eingerichtet. Im Wohn- und Esszimmer und Flur ist Holzfußboden, in den restlichen Räumen entweder Kacheln oder Teppich. Im Bad gibt es eine Fußbodenheizung und in der Küche eine OMGWTFSpülmaschine und einen Squeee-Herd. Kühlschrank = :herzchen:. Wenn die Kücher auch sehr klein ist, gefällt sie uns doch sehr gut. An den Herd müssen wir uns erst noch gewöhnen (die Schalter sind so blöd zu drücken), die Spülmaschine hat bereits unser Herz erobert. Die Wohnung hat außerdem noch drei Zimmer und ein Gästeklo.


Mein Zimmer. Vielleicht ein bisschen größer als das, was ich kürzlich von meiner Schwester „geerbt“ habe. Grenzt als einziges Zimmer direkt an den Eingangsraum an ist damit vom restlichen Wohnbereich wunderbarst abgeschottet. Kriege nichts mit. Vor allem am Wochenende ist das schön, weil meine Eltern früher aufstehen als ich. Wenn dann jedoch im Eingangsraum (ich nenn ihn jetzt nur noch Foyer – ist kürzer) etwas passiert, höre ich alles. Weile ich also morgens noch in den tollsten Träumen und mein Vater verlässt das Haus, sitze ich beim Schließen der Haustüre senkrecht im Bett. Ansonsten ist halt nur die direkte Lage neben der Straße ein Störfaktor. Aber irgendwann habe ich dann gelernt, dass nächtliche bremsende LKWs keine Güterzüge sind, wie man die verschiedenen Tatütataahs von Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei auseinanderhalten kann und falls ich mich mal heimlich abholen lassen sollte, das Auto auf jeden Fall kein Techno laufen lassen sollte.
Ich liebe mein Zimmer.

Wie gesagt liegt das Haus direkt an dieser dicken Straße. An den Lärm kann man sich gewöhnen. Jedoch ist das Haus dadurch und durch einen Prakplatz auf der anderen Seite von allen Seiten frei zugünglich, sodass wir aufpassen müssen, wann wir die Fenster aufmachen. Außerdem haben wir dadurch auch weder Balkon noch Terasse oder sonst irgendwas, wo man sich mal raussetzen könnte. Allerdings wohnt direkt über uns ein Fahrlehrer. Der im Sommer ein Baby bekommt.

Die Stadt
Wichtige Dinge wie Busbahnhof, Supermarkt, Kneipe, Kino und Fußgängerzone sind alle in Laufnähe.

Andere Dinge, an deren Nähe wir uns im letzten Sabbatjahr gewöhnt hatten, sind jetzt unangenehm weit weg. So unser Lieblingscafe und -restaurant Cafe Storm und die Deutsche Bücherei.

Aabenraa hat überall super niedliche und urige Gässchen mit Kopfsteinpflaster und alten, windschiefen, bunten Häuschen.

Das Schloss
Aabenraa hat auch ein Schloss: Brundlund Slot. Es wurde von Dronning Margarete I gebaut und ist sozusagen der Mittelpunkt unseres Mittelaltervereins, der auf einer Wiese neben dem Schloss jährlich seinen kleinen Markt abhält. Im Schloss selber sind immer nur wechselnde Kunstaustellungen zu sehen.

Das Meer
Aabenraa liegt direkt am Aabenraa Fjord. Es hat einen Industrie- sowie einen Jachthafen. Außerdem gibt einen Sandstrand, an dessen Ausblick direkt auf das gegenübliegende Kraftwerk man sich sicherlich gewöhnen muss.


Wir freuen uns alle schon sehr auf den Sommer, wenn wir endlich wieder ein Jahr in Dänemark wohnen dürfen.

2 Responses to “Småkager, Hot Dogs und Rutebiler

  • Hört sich ja nach einem gelungenen Urlaub an – auch wenn die Leute auf den Fotos alle noch ziemlich dicke Jacken anhaben. ;-) Bin gespannt, was du dann erzählen wirst, wenn ihr wieder für ein ganzes Jahr dort seid.

  • Das liegt an dem Wind dort oben. Er macht es selbst bei Sonnenschein sehr frisch.
    An einem Tag war es einigermaßen warm, ich selber war aber trotzdem noch mit etwas wärmerer Jacke unterwegs. Da liefen die Dänen dann doch schon in T-shirt und kurzen Hosen rum.
    In dem Fall bin ich als Frostbeule dann da oben vielleicht doch nicht sooo perfekt aufgehoben … ;-)

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