Preisverleihung

Preisverleihung. Preisverleihung im Deutschen Museum in Sønderborg. Um 17:00 Uhr. Das war das Einzige, was ich wusste. Wenn man nun aber das erste Mal zu einer Preisverleihung eingeladen ist, malt man sich ja vorher gerne aus, was einen da so erwartet. Riesiges Presseaufgebot? Bühne? Scheinwerfer? Dankesreden? Feuchter Händedruck? Drei Leute?
Um kurz vor vier haben wir uns also auf den Weg gemacht. Meine Mutter, Marie und ich. Marlene wartete schon in Sønderborg. Thii! :flausch: ((Ich hab es beim letzten WordPress-Update natürlich verpasst, die Smilies auf’m Server zu lassen. *gruml*))
Es .. regnete. Schüttete. Goss. Und wir hatten keine Ahnung, wo dieses verdammte Museum ist. Also liefen wir durch den Regen. Durch die Fußgängerzone. Und Marie fand eine lose Platte. In der Fußgängerzone. Also Steinplatte. Und Marie fand es lustig, da beim Drübergehen mal eben so hin und her zu wippen. Ich fand es weniger lustig, denn ich lief neben ihr. Und sah mich plötzlich in der Situation, dass mitten aus dem Nichts ((Interessante Zusammenstellung: mitten aus dem Nichts.)) eine braune Flüssigkeit über meine hell-beigen Stoffstiefel schwappte. Zu dem Zeitpunkt hoffte ich dann, dass die Preisverleihung nicht groß und mit Bühne und Scheinwerfern war.
Wir waren die ersten am Museum (oh Wunder). Es war tatsächlich nur ein mittelgroßer Raum, in dem Tischgruppen und Fernseher und Beamer aufgestellt waren. Da wir die Ersten waren, konnten wir uns einen Tisch aussuchen. Ganz hinten.
Ich, Marie und Marlene Wir blieben aber nicht lange alleine, und bald war der kleine Raum überfüllt.
Bei der Preisverleihung waren die Kleinen zuerst dran. Dort hatten zwei Klassen jeweils etwas gemacht. Sie bekamen ein Buch und einen Zuschlag für die Kassenklasse.
Es gab nur zwei erste Preise. Einen davon bekam ich. Für einen Film, den ich wirklich in allerletzter Sekunde gemacht über den Bahnhof in Apenrade gemacht habe. Auf vielfaches Drängen jetzt auch bei YouTube. Bevor er gezeigt wurde, hielt der Vorsitzende des deutschen Sprachvereins (glaube ich, keine Ahnung) eine ausführliche Laudatio. Peinlich. Er interpretierte “Vergänglichkeit” und “Schwermut” hinein und wies besonders “auf die stillen Bilder” hin. Dann ich nach vorne, Briefumschlag bekommen, Handschütteln, in die Kamera lächeln, wieder zurück. Film gezeigt. Schnittchen.
Preisverleihung
Danach wurde ich mehrmals auf den Alterungseffekt des Filmes angesprochen. Einer dachte, dass das original alte Filmaufnahmen waren und fragte, woher ich die denn hätte. Und ein anderer wollte wissen, worauf ich das gefilmt habe (also auf Film oder so). Außerdem hätte ich mich vielleicht vorher ein bisschen mehr über den Bahnhof kundig machen sollen, denn dann hätte ich auch gewusst, ob es ein Staatsbahnhof war oder nicht.
Auf dem Rückweg hat es natürlich wieder geregnet. Wir haben sogar die verhängnisvolle Platte auf dem Boden wieder gefunden. Aber ich widerstand dann doch dem Vorschlag, meine Stiefeln einheitlich und somit den anderen auch noch braun zu machen.

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