Vorbilder

Vorbilder sind Menschen, die etwas getan haben, für das man sie bewundert, und was man gerne nacheifern würde. Aber auch wenn ich manche Menschen für etwas bewundern kann, braucht es für mich, glaube ich, noch mehr, um ein Vorbild zu werden. Ich muss mich in einem gewissen Umfang mit ihnen identifizieren können und glauben, dass das, was sie geschafft haben, auch für mich machbar ist, wenn ich mich ein bisschen mehr anstrenge. Und weil mir diese Gedanken (mal wieder) zum Thema Fotografie gekommen sind, werde ich das auch anhand dieses Beispiels erleuchten.

Ich kann die Fotos von wirklich außerordentlich guten Fotografen tatsächlich toll und gut finden, aber sie wären keine Vorbilder für mich, weil sie weit außerhalb meiner Liga spielen. Ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen sollte, um ihr Talent und ihre Qualifikationen auch nur ansatzweise zu erreichen. Zum Beispiel finde ich Fotografen für National Geographic sehr interessant, aber wenn ich mir ein high definition Foto von einem perfekt ausgeleuchteten Hai bei der Jagd angucke, denke ich nicht unbedingt darüber nach, dass das bald ich sein könnte. Das Gleiche gilt für den Instagrammer @hannes_becker.

Fotografen, deren Entwicklung ich mit Interesse folge, und die ich durchaus als Vorbilder bezeichnen würde, da ich mir ihre Tips und Tricks zu Herzen nehme und ausprobieren will, sind folgende:

Neil van Niekerk
Neil van Niekerk ist eigentlich ein ziemlich erfahrener und wahrscheinlich bekannter (und teurer?) Hochzeitsfotograf in New York. Der Grund, warum er mich trotzdem inspiriert ist sein Tangents-Blog, in dem er jede Menge Wissen über Fototechnik, Bliz und Portraitfotografe austeilt. Dabei richtet er sich auch an Anfänger und Fotografen, die kein Studio oder Geld für teure Blitz-Setups haben. Außerdem wirken seine Fotos oft sehr natürlich (im Sinne von dramatischen Effekten), was das Ganze wieder mehr erreichbarer für meine Fähigkeiten wirken lässt. (Aber nicht unbedingt ist. Licht ist eine tricky bitch.)

Markus Schwarze
Ich war noch nie auf seiner neuen Seite und war deswegen ziemlich überrascht über den Look seiner neuesten Fotos. Eindruck hat er nämlich eigentlich vor Jahren auf mich gemacht, als er 2010 sein 365-Projekt (hier die Fotos auch auf Flickr) startete. Das Ziel des Projekts war es, ein Jahr lang jeden Tag ein Portrait einer fremden Person auf der Straße zu machen. Und gerade jetzt, wo mein nächstes Ziel es ist, meine eigenen Hemmungen zu überwinden und Menschen auf der Straße anzusprechen, wirkte das Projekt wieder aktuell.
Viele der Fotos aus der Serie finde ich richtig toll, trotz und wegen des simplen Setups. Ich hätte den Anspruch, dass die Portraits, die ich machen will, genau so gut sind. Aber wie kann man sich überhaupt sicher sein, dass Menschen fotogen sind, wenn man innerhalb von Sekundenbruchteilen auf der Straße an ihnen vorbei geht?

Der Stilpirat
Der Stilpirat wurde erst neulich an mich heran getragen, und auch wenn ich seine Seite überhaupt nicht intensiv durchstöbert habe, mag ich seine Produktionen (Foto und Text) sehr gerne. Ich mag den Stil seiner Fotos und die dazugehörigen Texte im Blog sind oft sehr persönlich und atmosphärisch und vermitteln ein Gefühl, als wäre Fotografie gar nicht so schwierig.

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