Projekt Ginger 50

Ich hatte schonmal erwähnt, dass ich mich gerne dazu herausfordern würde, Menschen auf der Straße anzusprechen und zu fragen, ob ich sie fotografieren darf. Das ist aber generell ein sehr großer, einschüchterner Gedanke. Deswegen habe ich darüber nachgedacht, ein Fotoprojekt zu starten, um mir Motivation (bzw. Druck :P) zu geben, es auch tatsächlich zu tun und durchzuziehen, und vielleicht sogar etwas wird, was tatsächlich herzeigbar ist. Meine Idee war es, Rothaarige zu fotografieren.
Und diese Idee hatte ich eine ganze Weile. Man muss das ja genügend durchdenken. Und täglich Menschen sehen, bei denen man dann denkt “Wow, der/die hätte gepasst! Muss ich mir merken für den Tag, an dem ich tatsächlich mal die Kamera dabei haben werde!”

Aber so entsteht ja kein Fotoprojekt. Deswegen brauchte ich einen sanften Anstoß von draußen, um die Idee tatsächlich zu verwirklichen. Noch gibt es zwar nichts herzeigbares, aber immerhin bin ich schon etwas weiter als die grobe Idee.

Portraits von Rothaarigen

Ich will mich mehr in Sachen Portraitfotografie üben. Aber das ist leichter gesagt als getan, wenn man eigentlich gar nicht so richtig weiß, wo anzufangen oder wen man eigentlich fotografieren will. Und sind die Menschen, die ich in Realität hübsch finde, überhaupt fotogen?
Irgendwann fiel mir dann auf, dass Rothaarige bei mir eine größere Wahrscheinlichkeit haben, als hübsch definiert zu werden, als andere Haarfarben und ich nahm diese Erkenntnis als meine Motivation, diese bestimmte Gruppe Menschen zu fotografieren. Da es mir dabei weniger um die aktivistische Message geht, dass Rothaarige bald ausgestorben sind, gedenke ich nicht, mich auf natürliche Rothaarige zu beschränken.

Warum die 50?

Die nehme ich vielleicht wieder aus dem Namen raus. :P Als eine weitere Herausforderung will ich mich auf mein 50mm-Objektiv beschränken. Ich liebe es über alles und es macht tolle Fotos und das Bokeh ist awesome, aber die feste Brennweite zwingt mich halt trotzdem dazu, sowohl phsyisch als auch psychisch viel flexibler zu sein, wenn ich mit einm Model arbeite. Ich muss von Anfang an in der Brennweite denken und kann zum Beispiel nicht eben mal so Dinge weg zoomen.
Vielleicht mache ich auch ein “50 Photos of Gingers” draus? Mal gucken, ob ich so weit überhaupt komme. :P

Stil

Ich mag viele verschiedene Fotografie-Stile, und auch das stellt sich als eine weitere Herausforderung da, denn wenn ich mir als Inspiration andere Fotos angucke, will ich das auch alles: viel gestylt, sehr natürlich, simples Setting, kompliziertes Setting, dramatische Schatten , weiches Licht, viel Kontrast, wenig Kontrast. Alles so hübsch! (Was man auch an meinen neuesten Flickr-Favourites sehen kann: 1, 2, 3, 4)

Das geht natürlich aus verschiedenen Gründen nicht. Deswegen muss ich mich für einen Stil entscheiden, damit die verschiedenen Fotos ähnlich aussehen und ich außerdem auch mehr Chancen habe, mich in einem Aspekt zu verbessern, als die ganze Zeit über mehrere nachdenken zu müssen.
Aber nur weil ich mich für dieses Projekt für einen Stil entscheide, heißt das ja nicht, dass ich auch noch alle möglichen anderen Dinge austesten kann, irgendwann mal.
Da ich wie gesagt darauf fokussieren will, meine soziale und technische Arbeit mit Portraitfotografie zu verbessern, gedenke ich eine Art Reportage-Stil anzupeilen mit Inspiration vom Stilpiraten 1 und Stilpiraten 2, sowie von Neil van Niekerk 1, Neil van Niekerk 2 und Neil van Niekerk 3.
Das stellt mich vor die Herausforderung, mich auf die jeweilige Situation einzustellen (Wetter, Location) und Dinge zu sehen, aber dafür gibt es auch mehr Möglichkeiten, genau das zu tun, was gerade am besten passt. Außerdem ist es wahrscheinlicher, dass alle Parteien entspannter sind, wenn man gemütlich durch die Stadt trottet und dabei smalltalkt.

Bisher

Nach einem sanften Anstoß habe ich mich jetzt tatsächlich dazu überwunden, mit Rothaarigen in Kontakt zu treten. Drei rothaarige Frauen habe ich auf der Straße angesprochen und mit zwei weiteren habe ich sogar schon Termine abgemacht. Dass diese auch bereits Erfahrung als Model haben, beruhigt und beunruhigt mich gleichzeitig. Auf der einen Seite werden sie wahrscheinlich einigermaßen selbstsicher vor der Kamera sein und auch schon wissen, was sie tun müssen um gut aus zu sehen. Auf der anderen Seite haben sie vielleicht schon mit ganz vielen professionellen Fotografen zusammen gearbeitet und wissen, wie es richtig sein sollte.

Es bleibt spannend …

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