Project Ginger – es geht weiter

Nach vielen Monaten Winterschlaf hat sich endlich wieder was getan im Project Ginger! Nachdem jetzt wieder die Sonne rauskam und es wieder so warm wird, dass nicht alle Menschen komplett vermummt und steif durch die Fußgängerzone eilen, habe ich mich zusammen gerafft und auf einer Tour in die Stadt in den Osterferien meine Kamera mitgenommen mit dem Ziel, mit Ginger-Fotos wieder nach Hause zu kommen. Ich merke, dass lange Pausen nicht unbedingt praktisch sind, wenn man sich vorher schon überwinden musste, Leute anzusprechen. Auch wenn ich mittlerweile merke, dass die meisten Menschen sehr nett und hilfsbereit sind (wobei ich vielleicht auch einfach von Anfang an eher diesen Typ anspreche) und das Ansprechen einfacher wird, muss ich noch daran arbeiten, während des Gesprächs und Fotografierens geduldiger und ruhiger zu sein und mir mehr Zeit zu lassen, anstatt einfach ein paar schnelle Schnappschüsse zu machen um die Leute ja nicht auf zu halten.

Was toll ist, sind die Gespräche, die man mit den Fotografierten und ihren Angehörigen hat, die oft sehr interessiert an dem Projekt und seinem Hintergrund sind und viel über meine Begeisterung für Rothaarige lachen.
Außerdem komme ich Kontakt mit vielen Ausländern und Touristen, ihren Geschichten und Meinungen zu Kopenhagen.

Emma & Lindsey
Emma & Lindsey

Emma und ihre Mutter Lindsey waren zu Besuch in Kopenhagen. Sie fuhren mit uns im Hafenbus, aber weil es unten nicht so viel Platz gab und sehr voll war, nahm ich mir beim Anblick von Emmas leuchtend roten Haaren vor, lieber im Auge zu behalten, wann sie ausstieg und ihr dann eventuell nach zu laufen. Dann ging sie jedoch auf das kleine Achterdeck des Hafenbusses hinaus und ich sah meine Chance für ein hübsches Portrait mit wehenden Haaren, Sonne und Wasser im Hintergrund gekommen. Als ich auf das Achterdeck folgte, musste ich jedoch feststellen, dass dort auch sehr viele Menschen waren.
Als ich Emma nach dem Foto fragte, zog ihre Mutter ihre Mütze aus und zeigte ihr ergrautes, aber immer noch leicht rötliches Haupthaar, dass ich direkt für mein erstes “Familien”foto für mein Projekt ausnutzte.

Hanneke
Hanneke

Hanneke und ihren Freund trafen wir auf dem Weg nach Hause, wo ich schon fast aufgegeben hatte, weitere aufgeschlossen wirkende Rothaarige zu treffen. Sie überquerten gerade die Straße, ich lief also etwas zurück um sie anzusprechen. Sie sind aus Holland und ebenfalls sehr begeistert vom Projekt. Hier wünschte ich mir, dass ich etwas entspannter gewesen wäre, mir mehr Zeit genommen hätte und vielleicht einen anderen Hintergrund gefunden hätte als die hässliche Wand. Nicht hektisch zu wirken und so, als wollte man absolut nicht stören und direkt wieder abhauen, würde den Betroffenen sicherlich mehr Vertrauen in mein Können geben, sodass sie auch entspannter sind und natürlichere Fotos rauskommen. Es sei denn, natürlich, sie haben es eilig.

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